Wie Unternehmen Flächen effizienter nutzen – Space Management

Wie Unternehmen Flächen effizienter nutzen – Space Management im Überblick

Ein GEWIMMO-Fachbeitrag für Facility Manager, Unternehmenslenker und HR-Abteilungen.

Gewerbeflächen sind einer der größten Kostenfaktoren eines Unternehmens. Doch in vielen Betrieben werden Flächen ineffizient genutzt – leere Büros, ungenutzte Räume, unflexible Grundrisse und mangelnde digitale Ausstattung kosten jährlich enorme Summen. Professionelles Space Management setzt genau hier an: Es optimiert Flächen, verbessert Arbeitsprozesse, reduziert Kosten und steigert gleichzeitig Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit. Dieser Leitfaden erklärt, wie Unternehmen ihre Flächennutzung nachhaltig verbessern.

1. Warum Space Management heute wichtiger ist denn je

Hybrid Work, steigende Mietkosten, flexible Arbeitsmodelle und Digitalisierung verändern die Nutzung von Gewerbeflächen radikal. Viele Büros sind nur zu 40–60 % ausgelastet. Produktions- und Lagerflächen kämpfen mit ineffizienten Abläufen.

2. Analysephase – der wichtigste Schritt

Space Management beginnt mit einer fundierten Analyse:

  • Wie viele Mitarbeiter nutzen Flächen tatsächlich?
  • Wie hoch ist die Auslastung einzelner Räume?
  • Welche Arbeitsmodelle existieren?
  • Welche Bereiche sind Engpässe (Meetingräume, Sozialflächen)?

Sensorik, Nutzerumfragen und digitale Tools liefern heute präzise Daten.

3. Flächenoptimierung durch Zonierung

Moderne Büroflächen bestehen aus verschiedenen Zonen:

  • Fokusbereiche
  • Kollaborationszonen
  • Rückzugsräume
  • Projektflächen
  • Social Spaces

Eine flexible Zonierung steigert Effizienz und Wohlbefinden.

4. Desk Sharing & Activity-Based Working

Unternehmen verzichten zunehmend auf feste Arbeitsplätze. Mitarbeiter wählen den Arbeitsplatz, der zur aktuellen Aufgabe passt.

5. Technische Infrastruktur

  • Cloudbasierte Systeme
  • Raumbuchungssysteme
  • WLAN in allen Bereichen
  • Meetingräume mit Videotechnik

Ohne moderne Technik funktioniert kein Space Management.

6. Lager- und Produktionsoptimierung

Auch in Hallen und Produktionsflächen lässt sich viel optimieren:

  • Regalanordnung
  • Warenfluss
  • Andienung
  • Automatisierung

7. Wirtschaftliche Vorteile

Professionelles Space Management kann Flächenbedarf um bis zu 30 % reduzieren – bei gleicher Leistungsfähigkeit.

8. GEWIMMO als Partner für Flächenoptimierung

Wir unterstützen Unternehmen bei Flächenanalysen, Standortneuplanungen und Flächenstrategien.

GEWIMMO-Tipp: Sie möchten Flächen effizienter nutzen? Wir analysieren Ihre Nutzung und zeigen konkrete Einsparpotenziale.

Optimierung von Gewerbeflächen

Beitrag vom Gewerbe-Experten

Unternehmen zahlen heute nicht nur für Quadratmeter, sondern für Funktion, Verfügbarkeit und Produktivität dieser Fläche. Genau hier setzt Space Management an: die systematische Planung, Steuerung und Optimierung von Flächen (Büro, Lager, Produktion, Retail, Serviceflächen) über den gesamten Lebenszyklus – von der Bedarfsanalyse bis zur kontinuierlichen Verbesserung.

Was ist Space Management?

Space Management ist ein Teilbereich des Corporate Real Estate/Facility Managements. Ziel ist es, Flächen bedarfsgerecht zuzuweisen, Über- und Unterbelegung zu vermeiden, Umbauten zielgerichtet zu planen und Kosten transparent zu machen. Es verbindet Daten (Belegung, Nutzung, Kosten), Prozesse (Umzüge, Umbauten, Buchungen) und Regeln (Arbeitsplatzkonzepte, Sicherheits- und Compliance-Vorgaben).

Warum Flächeneffizienz gerade jetzt so wichtig ist

Viele Unternehmen erleben gleichzeitig:

  • Hybrid Work: weniger feste Anwesenheit, mehr Schwankungen über Woche/Tag.

  • Wachstums- und Kostendruck: Mieten, Energie, Baukosten steigen.

  • Neue Anforderungen: ESG, Barrierefreiheit, Datenschutz, Arbeitsschutz.

  • Flächen-Mismatch: zu viele Einzelbüros, zu wenig Projektzonen; zu viel Lagerfläche am falschen Standort; ineffiziente Wege in Produktion/Logistik.

Space Management schafft hier die Grundlage, um nicht „nach Bauchgefühl“ zu entscheiden, sondern auf Basis von Nutzung und Business-Zielen.

Kernbausteine eines guten Space-Managements

1) Flächeninventar und Datenqualität

Ohne saubere Daten keine Optimierung. Zentral sind:

  • CAD/BIM- oder Plan-Daten (aktuelle Grundrisse, Flächenarten)

  • Flächenklassifikation (Arbeitsplätze, Besprechung, Technik, Lager, Verkehrsflächen)

  • Zuordnung (Team, Kostenstelle, Nutzung, Mietvertrag, Laufzeiten)

  • Kosten (Miete/NK, Reinigung, Energie, Services pro m²)

Praxis-Tipp: Viele Unternehmen verlieren Effizienz, weil Flächenpläne nicht gepflegt werden. Ein klarer Prozess „Plan-Update nach jeder baulichen Änderung“ ist Gold wert.

2) Belegungs- und Nutzungsanalyse (Occupancy vs. Utilization)

Wichtig ist die Unterscheidung:

  • Belegung (Occupancy): Wie viele Arbeitsplätze/Flächen sind zugewiesen?

  • Nutzung (Utilization): Wie oft werden sie tatsächlich genutzt?

Ein Bereich kann zu 95% zugewiesen sein, aber nur zu 40% genutzt werden. Erst diese Transparenz ermöglicht Entscheidungen wie Desk Sharing, Umwidmung oder Flächenabgabe.

3) Flächenkonzepte und Standards

Effizienz entsteht nicht nur durch „weniger Fläche“, sondern durch passende Konzepte:

  • Activity Based Working (Zonen für Fokus, Austausch, Projekt, Calls)

  • Desk Sharing/Shared Desks (mit klaren Regeln und Buchungssystem)

  • Meeting-Room-Strategie (richtige Raumgrößen, weniger No-Shows, Technikstandard)

  • Serviceflächen (Drucker, IT-Helpdesk, Poststelle) bewusst positionieren

Standards (z. B. „x m² pro Arbeitsplatztyp“) helfen, Wachstum und Umzüge schneller zu skalieren.

4) Umzugs- und Change-Management

Flächenoptimierung scheitert selten an Technik – oft an Akzeptanz. Erfolgsfaktoren:

  • Frühzeitige Kommunikation (Warum? Was ändert sich konkret?)

  • Pilotflächen/Prototypen

  • Regeln für Buchung, Clean Desk, Rückzugsräume

  • Feedback-Schleifen nach 4–8 Wochen (Feintuning)

5) Tools: IWMS, CAFM, Sensorik, Buchungssysteme

Software kann Space Management massiv beschleunigen:

  • IWMS/CAFM für Flächen, Assets, Tickets, Verträge

  • Desk/Room Booking (inkl. Check-in, No-Show-Handling)

  • Sensorik (Belegungsdaten) – sinnvoll, aber nur mit Datenschutz- und Betriebsratskonzept

  • Dashboards für KPIs und Entscheidungsvorlagen

Wichtig: Tools ersetzen keine Strategie. Erst Ziele/Regeln definieren, dann Tool auswählen.

Typische KPIs im Space Management

  • m² pro Mitarbeitenden / pro Arbeitsplatztyp

  • Auslastung (Arbeitsplätze, Meetingräume, Lagerzonen)

  • No-Show-Quote bei Meetings

  • Kosten pro m² / pro Team

  • Umzugs-/Churn-Rate (wie oft Teams wechseln)

  • Flächenflexibilität (Anteil multifunktionaler Flächen)

Häufige Hebel für schnelle Effekte

  • Meetingräume: Buchung mit Check-in + automatische Freigabe

  • „Right-sizing“: zu große Räume in teilbare Projektzonen umwandeln

  • Desk-Sharing mit realistischen Quoten (nicht zu aggressiv starten)

  • Flächen-Mix an tatsächliche Arbeit anpassen (Fokus vs. Kollaboration)

  • Lager/Backoffice: Wegeoptimierung, ABC-Zonen, Stellplatzmanagement

Fazit

Space Management ist kein „Bürotrend“, sondern ein steuerbares Business-Instrument: Es senkt Kosten, erhöht Produktivität, verbessert Mitarbeitererlebnis und schafft Flexibilität bei Wachstum oder Krise. Entscheidend sind saubere Daten, klare Standards, passende Tools – und professionelles Change-Management.