Der stationäre Handel befindet sich auch im Jahr 2026 in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Während frühere Jahre vor allem von der Konkurrenz zwischen Onlinehandel und stationärem Handel geprägt waren, hat sich inzwischen ein neues Gleichgewicht herausgebildet. Händler, die 2026 erfolgreich sind, verstehen ihre Flächen nicht mehr als reine Verkaufsorte, sondern als multifunktionale Plattformen für Marke, Logistik, Service, Beratung und Kundenerlebnis. Dieser Beitrag zeigt umfassend, welche Flächen Händler im Jahr 2026 wirklich benötigen, wie sich Anforderungen verändert haben und worauf Eigentümer, Projektentwickler und Investoren achten müssen.
1. Der Einzelhandel 2026 – vom Verkaufsort zur Erlebnis- und Servicefläche
Im Jahr 2026 ist klar: Der stationäre Handel ist nicht verschwunden, aber er hat seine Rolle grundlegend verändert. Kunden kommen nicht mehr primär, um Produkte zu kaufen, die sie auch online bestellen könnten. Sie kommen, um:
Produkte zu erleben
Beratung zu erhalten
Marken zu spüren
Services zu nutzen
Waren abzuholen oder zurückzugeben
Flächen müssen diese neue Funktion widerspiegeln. Klassische Regallandschaften mit maximaler Warenpräsentation verlieren weiter an Bedeutung.
2. Verkaufsfläche wird kleiner – aber anspruchsvoller
Ein zentraler Trend bis 2026 ist die bewusste Reduzierung der Verkaufsfläche. Händler optimieren ihre Flächenproduktivität und trennen klar zwischen Verkaufs-, Lager- und Logistikfunktionen.
Typische Entwicklungen:
kleinere Verkaufsflächen in besseren Lagen
weniger Lagerfläche im Verkaufsraum
höhere Aufenthaltsqualität pro Quadratmeter
stärkere Fokussierung auf Beratung und Präsentation
Die Kennzahl „Umsatz pro Quadratmeter“ bleibt wichtig, wird aber zunehmend ergänzt durch Kennzahlen wie Kundenverweildauer, Conversion-Rate und Serviceumsatz.
3. Die Rolle der Lage im Jahr 2026
Lage bleibt entscheidend, wird jedoch differenzierter betrachtet. Nicht jede Innenstadtlage ist automatisch attraktiv, und nicht jede Nebenlage ist chancenlos.
Gefragt sind 2026 insbesondere:
frequenzstarke Mikrolagen
Stadtteilzentren mit Nahversorgung
Quartierslagen mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit
gut erreichbare Lagen mit ÖPNV-Anbindung
Reine 1A-Lagen mit extremen Mieten verlieren für viele Konzepte an Attraktivität, wenn sie keine Aufenthaltsqualität oder Zielgruppenbindung bieten.
4. Omnichannel ist Standard – Flächen müssen es abbilden
2026 ist Omnichannel kein Trend mehr, sondern Standard. Händler, die online und offline nicht vollständig integriert denken, verlieren Wettbewerbsfähigkeit.
Moderne Handelsflächen müssen ermöglichen:
Click & Collect
Click & Reserve
Retourenannahme
Same-Day- oder Next-Day-Services
lokale Verfügbarkeitsanzeigen
Dafür benötigen Händler Flächen, die nicht nur auf Kundenverkehr, sondern auch auf logistische Prozesse ausgelegt sind.
5. Logistikfunktionen im Handel – ein Muss
Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Jahren: Handelsflächen 2026 benötigen fast immer logistische Zusatzfunktionen.
Dazu gehören:
separate Lagerzonen
Anlieferungsmöglichkeiten auch außerhalb klassischer Zeiten
Übergabezonen für Abholung
Rückgabe- und Retourenflächen
Integration von Micro-Fulfillment-Konzepten
Flächen ohne diese Möglichkeiten werden für viele Handelskonzepte unbrauchbar.
6. Technische Anforderungen an Handelsflächen 2026
Technologie ist 2026 ein zentraler Bestandteil der Fläche selbst.
Moderne Handelsflächen benötigen:
leistungsfähige Internetanbindung
stabile WLAN-Strukturen
digitale Kassensysteme
Medientechnik für Produktpräsentation
smarte Beleuchtungssysteme
Sicherheitstechnik und Zugangskontrollen
Ohne moderne technische Infrastruktur sind neue Handelskonzepte kaum realisierbar.
7. Flexible Grundrisse als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit
Händler müssen 2026 schneller auf Marktveränderungen reagieren können als je zuvor. Das bedeutet, dass Flächen flexibel sein müssen.
Wichtige Merkmale flexibler Handelsflächen:
stützenarme Grundrisse
modulare Raumkonzepte
einfache Trenn- und Umbaumöglichkeiten
geringe bauliche Hürden bei Anpassungen
Starre Ladenlokale mit festen Einbauten verlieren weiter an Attraktivität.
8. Erlebnis und Aufenthaltsqualität rücken weiter in den Fokus
Der Einkauf 2026 ist ein soziales und emotionales Erlebnis. Händler konkurrieren nicht nur mit anderen Geschäften, sondern auch mit Freizeitangeboten, Gastronomie und digitalen Erlebnissen.
Flächen müssen daher bieten:
angenehme Akustik
hochwertige Beleuchtung
ansprechendes Design
Aufenthaltszonen
Möglichkeiten für Events oder Aktionen
Das Ziel ist nicht der schnelle Kauf, sondern die langfristige Kundenbindung.
9. Beratung und Service als Flächentreiber
Beratung wird 2026 zu einem der wichtigsten Mehrwerte des stationären Handels. Händler benötigen Flächen für:
persönliche Beratung
Produktdemonstrationen
Workshops oder Schulungen
Serviceleistungen (Reparatur, Anpassung, Konfiguration)
Diese Funktionen benötigen andere Raumkonzepte als klassische Verkaufsflächen.
10. Nachhaltigkeit wird zur Grundanforderung
Im Jahr 2026 ist Nachhaltigkeit keine Kür mehr, sondern eine Erwartung von Kunden, Investoren und Kommunen.
Moderne Handelsflächen sollten:
energieeffizient sein
niedrige Betriebskosten ermöglichen
nachhaltige Materialien nutzen
transparente Verbrauchswerte bieten
ESG-Anforderungen erfüllen
Flächen, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden zunehmend gemieden oder nur mit Mietabschlägen nachgefragt.
11. Mixed-Use-Konzepte als Erfolgsmodell
Reine Einzelhandelslagen verlieren weiter an Bedeutung. Erfolgreich sind Standorte, die Handel mit anderen Nutzungen kombinieren.
Beliebte Kombinationen 2026:
Handel + Wohnen
Handel + Büro
Handel + Gastronomie
Handel + Freizeit
Diese Konzepte sorgen für stabile Frequenzen und bessere Wirtschaftlichkeit.
12. Anforderungen aus Sicht der Eigentümer
Auch für Eigentümer verändern sich die Anforderungen deutlich.
Gefragt sind Immobilien:
mit flexibler Nutzbarkeit
mit genehmigungsfähigen Nutzungsmischungen
mit moderner technischer Ausstattung
mit nachhaltigem Gebäudekonzept
Eigentümer, die ihre Flächen nicht anpassen, riskieren Leerstand.
13. Anforderungen aus Sicht der Investoren
Investoren achten 2026 stärker denn je auf:
Drittverwendungsfähigkeit
langfristige Vermietbarkeit
ESG-Konformität
Anpassungsfähigkeit an neue Konzepte
Monofunktionale Einzelhandelsimmobilien gelten zunehmend als risikobehaftet.
14. Welche Handelskonzepte 2026 besonders gefragt sind
Besonders nachgefragt sind:
Nahversorgungsformate
Showroom-Konzepte
Flagship-Stores
hybride Store-Lager-Modelle
Service- und Beratungsformate
Reine Verkaufsflächen ohne Mehrwert verlieren weiter Marktanteile.
15. Fazit: Handelsflächen 2026 müssen multifunktional sein
Der Handel im Jahr 2026 benötigt keine klassischen Läden, sondern flexible, technisch moderne, logistisch integrierte und erlebnisorientierte Flächen. Eigentümer und Investoren, die diese Anforderungen verstehen und umsetzen, sichern sich langfristige Nachfrage und stabile Mieter.
GEWIMMO-Tipp: Wir unterstützen Eigentümer, Händler und Investoren bei der Bewertung, Neupositionierung und Vermittlung zukunftsfähiger Handelsflächen für 2026 und darüber hinaus.