Ein GEWIMMO-Fachleitfaden für Unternehmer, Startups, Mittelständler und Expansionsmanager.
Ein Gewerbemietvertrag unterscheidet sich grundlegend von einem Wohnraummietvertrag. Während im Wohnbereich viele rechtliche Regeln fest vorgeschrieben sind, herrscht im Gewerbemietrecht weitgehend Vertragsfreiheit. Das bedeutet: Unternehmen müssen Verträge sorgfältig prüfen, denn fast jede Klausel kann individuell gestaltet werden – und jede dieser Klauseln kann erhebliche finanzielle und operative Auswirkungen haben. Dieser Leitfaden zeigt die wichtigsten Punkte, auf die Unternehmen unbedingt achten müssen.
1. Mietzweck – klare Definition schützt vor Problemen
Der Mietzweck ist einer der wichtigsten Punkte im Vertrag. Er regelt, wie die Fläche genutzt werden darf. Eine zu enge Formulierung kann spätere Anpassungen blockieren, eine zu breite Formulierung kann zu Konflikten mit dem Vermieter führen.
2. Mietdauer & Optionen
Unternehmen benötigen Planungssicherheit. Übliche Laufzeiten liegen bei 3, 5 oder 10 Jahren. Verlängerungsoptionen bieten zusätzliche Flexibilität.
3. Mietpreis, Nebenkosten & Anpassungsmechanismen
Unternehmen sollten nicht nur auf die Nettomiete achten, sondern auch:
- Nebenkostenstruktur
- Indexierung
- Staffelmieten
- variable Mietanteile
Fehlende Transparenz führt oft zu Streitigkeiten.
4. Umbauten & Ausbaurechte
Viele Unternehmen benötigen individuelle Ausbauarbeiten. Daher müssen Rechte, Pflichten und Rückbauverpflichtungen klar formuliert werden.
5. Instandhaltung & Wartung
Hier passieren die meisten Fehler. Im Gewerbe können deutlich mehr Pflichten auf den Mieter übertragen werden als im Wohnbereich – aber nur, wenn es klar geregelt ist.
6. Konkurrenzschutz
Besonders relevant im Einzelhandel. Unternehmen sollten prüfen, ob der Vermieter andere ähnliche Mieter im gleichen Gebäude zulassen darf.
7. Rückgabeklauseln
Wie muss die Fläche nach Vertragsende übergeben werden? Vollständig renoviert? Im ursprünglichen Zustand? Diese Klausel entscheidet oft über hohe Kosten.
8. Sonderkündigungsrechte
Unternehmen sollten prüfen, ob besondere Risiken – etwa baurechtliche Änderungen oder wirtschaftliche Entwicklungen – abgedeckt sind.
9. Haftung & Versicherung
Versicherungspflichten müssen klar geregelt sein. Dazu gehören:
- Betriebshaftpflicht
- Inhaltsversicherung
- Gebäudeversicherung
10. Digitales & technisches Infrastrukturmanagement
Moderne Unternehmen benötigen hohe digitale Standards. Diese müssen vertraglich zugesichert sein – etwa Glasfaser, Serverräume oder Netzlast.
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