So funktioniert der Prozess einer Standortanalyse

So funktioniert der Prozess einer Standortanalyse – von der Datenerhebung bis zur Entscheidung

Ein GEWIMMO-Fachbeitrag für Unternehmer, Expansionsmanager und Investoren.

Eine professionelle Standortanalyse ist die Grundlage jeder erfolgreichen Expansion, Filialplanung oder Neuansiedlung. Sie zeigt, ob ein Standort wirtschaftlich tragfähig ist, welche Chancen er bietet und welche Risiken bestehen. Dieser Beitrag erklärt detailliert, wie eine vollständige Standortanalyse aufgebaut ist – in fünf klaren Schritten.

1. Zieldefinition

Bevor Daten gesammelt werden, müssen Unternehmen die Ziele definieren:

  • Welche Zielgruppe soll erreicht werden?
  • Welches Produkt/Dienstleistung wird angeboten?
  • Wie groß ist der Einzugsbereich?
  • Wie sieht das Wettbewerbsumfeld aus?

Diese Grundlagen bestimmen die spätere Analyse.

2. Datenerhebung – quantitative & qualitative Daten

Quantitative Daten:

  • Kaufkraft
  • Bevölkerungsstruktur
  • Pendelströme
  • Fußgängerfrequenzen
  • Verkehrsdaten

Qualitative Daten:

  • Städtebau
  • Nachbarschaftsnutzung
  • Standortimage
  • Stadtentwicklung

3. Wettbewerbsanalyse

Die stärksten Konkurrenten beeinflussen Erfolgschancen erheblich.

Wichtig:

  • Anzahl der Wettbewerber
  • Marktanteile
  • Preisniveaus
  • Standortstrategien

4. Standortbewertung & Scoring-Modell

In dieser Phase werden alle Faktoren bewertet und vergleichbar gemacht. Ein Scoring-Modell vergibt Punkte für:

  • Verkehrsanbindung
  • Demografie
  • Wirtschaftsstruktur
  • Infrastruktur
  • Konkurrenz

5. Wirtschaftlichkeitsanalyse

Am Ende wird geprüft:

  • Wie viel Umsatz ist realistisch?
  • Wie hoch sind Miete, Nebenkosten & Umbaukosten?
  • Wann amortisiert sich der Standort?

6. Entscheidungsempfehlung & Standortranking

Die besten Standorte werden priorisiert. Dadurch können Unternehmen effizient entscheiden, wo sie investieren.

GEWIMMO-Tipp: Sie möchten eine Standortanalyse durchführen? Wir begleiten Sie mit Daten, Marktkenntnis und passenden Immobilien.

Beratung Gewerbeimmobilien

Ratgeber vom Gewerbeexperten: Standortanalysen für Gewerbeansiedlung

Eine Gewerbeansiedlung ist selten „nur“ die Suche nach einer Halle, einem Ladenlokal oder einem Büro. Es ist eine strategische Entscheidung mit Folgen für Umsatz, Kosten, Recruiting, Logistik, Genehmigungen – und oft für Jahre. Eine gute Standortanalyse reduziert das Risiko drastisch, weil sie aus Bauchgefühl eine belastbare Entscheidung macht.

Im Folgenden bekommst du einen praxiserprobten Überblick, wie Unternehmen (und Investoren) Standorte systematisch prüfen – inklusive Kriterien, Kennzahlen, Datenquellen und typischer Fehler.


1) Was eine Standortanalyse leisten muss

Eine Standortanalyse beantwortet im Kern vier Fragen:

  1. Passt der Standort zum Geschäftsmodell?
    (Zielgruppe, Frequenz, Lieferfähigkeit, Service-Radien, Wettbewerb)

  2. Funktioniert der Standort operativ?
    (Flächenzuschnitt, Anlieferung, Parken, Personal, Genehmigungen)

  3. Ist der Standort wirtschaftlich tragfähig?
    (Miete/Kaufpreis, Nebenkosten, Ausbau, CAPEX/OPEX, Fördermittel)

  4. Wie robust ist der Standort für die Zukunft?
    (Entwicklung der Umgebung, Infrastruktur, Planungsrecht, ESG, Nachfolgefähigkeit)

Je nach Nutzung (Retail, Logistik, Produktion, Gastro, Büro, Praxis) werden die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt – die Methodik bleibt aber ähnlich.


2) Der Prozess in 7 Schritten

Schritt 1: Anforderungsprofil sauber definieren (Pflichtenheft)

Bevor du Suchportale öffnest, definierst du messbar, was du brauchst:

  • Nutzungsart (Einzelhandel, Lager, Produktion, Büro, Praxis, Gastro etc.)

  • Flächenbedarf: Gesamtfläche, Teilflächen, Erweiterungsoption, Außenflächen

  • Technik: Stromleistung, Wasser/Abwasser, Lüftung, Kühlung, Datenleitungen

  • Logistik: Rampen, Tore, Deckenhöhe, Wenderadien, Stellplätze, Ladezonen

  • Kunden-/Mitarbeiterzugang: Parken, ÖPNV, Barrierefreiheit, Sichtbarkeit

  • Zeithorizont: Starttermin, Bau-/Umbauzeit, Vertragslaufzeit, Skalierung

  • Budgetrahmen: Warmmiete/Cost-per-use oder Kauf/Finanzierung + CAPEX

Tipp aus der Praxis: Viele Standortfehler entstehen nicht durch „falsche Immobilien“, sondern durch ein zu schwammiges Anforderungsprofil.

Schritt 2: Suchgebiet und Einzugsgebiet definieren

Hier wird entschieden, ob du eine Point-of-Sale-Logik (Frequenz & Kaufkraft) oder eine Netzwerk-Logik(Erreichbarkeit & Lieferzeiten) hast.

  • Retail/Gastro: primär Einzugsgebiet, Frequenz, Sichtbarkeit, Wettbewerb

  • Logistik: Fahrzeiten, Autobahnknoten, LKW-Netz, Arbeitskräfte

  • Produktion: Lieferanten/Abnehmer, Energie, Genehmigungen, Nachbarschaft

  • Büro/Dienstleistung: Recruiting, ÖPNV, Image, Kundennähe, Parken

Arbeite mit Isochronen (z. B. 10/20/30 Minuten Fahrzeit) statt Luftlinie. Die Realität entscheidet auf der Straße.

Schritt 3: Makroanalyse (Region/Standort-Cluster)

Auf Makroebene geht es um Standortqualität und Risiko:

  • Demografie & Arbeitsmarkt: Verfügbarkeit von Fachkräften, Pendlerströme

  • Infrastruktur: Autobahnanschlüsse, Bahn, ÖPNV, Flughafen, Digitalnetz

  • Wirtschaftsstruktur: Branchencluster, Zulieferer, Kunden, Wettbewerbsdruck

  • Kostenrahmen: Gewerbesteuerhebesatz, Energiepreise (regional), Lohnniveau

  • Förderkulisse: GRW-Gebiete, kommunale Programme, Innovationsförderung (falls relevant)

  • Planungsrechtliche Grundlage: Gewerbegebiet vorhanden? Mischgebiet? Einschränkungen?

Makroanalyse verhindert, dass du dich in eine Immobilie verliebst, die in einer Region liegt, die dein Geschäft dauerhaft ausbremst.

Schritt 4: Mikroanalyse (konkretes Grundstück/Objekt/Adresse)

Jetzt wird es „hands-on“. Mikroanalyse heißt: Funktioniert genau dieser Ort?

A) Erreichbarkeit & Sichtbarkeit

  • Zufahrten (PKW/LKW), Staupunkte, Linksabbieger, Ampelschaltungen

  • Sichtbeziehungen (Werbeflächen, Schaufenster, Landmarken)

  • Besucherführung (Eingänge, Wegeleitung, Barrierefreiheit)

B) Parken, Anlieferung, Außenflächen

  • Kundenparkplätze vs. Mitarbeiterparkplätze vs. Lieferzonen getrennt?

  • Wenderadien für LKW/Transporter, Rampenposition, Toranzahl

  • Außenlager, Müllflächen, Fettabscheiderstandort (Gastro), Gefahrstoffflächen

C) Objektqualität & Drittverwendungsfähigkeit

  • Grundrissflexibilität, Stützenraster, Raumhöhen, Traglasten

  • Haustechnikzustand (Heizung, Lüftung, Elektro, Sprinkler)

  • Brandschutzkonzept (insb. bei Nutzungsänderung), Fluchtwege, Rauchabzug

  • Schallschutz/Immissionsschutz – besonders kritisch bei Gastro/Produktion

D) Nachbarschaft & Konfliktpotenzial

  • Direkt angrenzende Nutzungen (Wohnen neben Produktion/Gastro ist riskant)

  • Lieferzeiten, Lärm, Gerüche, Außenbewirtschaftung

  • Konkurrenzschutz / Nutzungsbeschränkungen (z. B. in Zentren, Fachmarktparks)

Schritt 5: Wettbewerbs- und Marktanalyse (je nach Branche)

Für Retail/Gastro ist das der Game-Changer:

  • Wer sind die stärksten Wettbewerber im Einzugsgebiet?

  • Welche Sortimente/Preispunkte sind schon gesättigt?

  • Welche Magneten erzeugen Frequenz (LEH, Drogerie, ÖPNV-Knoten, Bürocluster)?

  • Gibt es Leerstände, die auf strukturelle Probleme hinweisen (z. B. falscher Branchenmix)?

Für B2B/Industrie:

  • Nähe zu Kunden/Lieferanten, Servicezeiten, Reaktionsfähigkeit

  • Ausschreibungslogik: Vorteil durch Standortnähe?

Schritt 6: Wirtschaftlichkeitsrechnung (die harte Wahrheit)

Eine Standortentscheidung scheitert meist nicht am Quadratmeterpreis, sondern an den „unsichtbaren“ Kosten.

A) Vollkosten statt Kaltmiete

Rechne immer mit:

  • Kaltmiete / Finanzierung

  • Nebenkosten (Betriebskosten, Energie, Versicherung)

  • Ausbaukosten (Mieter- oder Eigentümerausbau)

  • Umzugskosten, IT/Technik, Genehmigungen

  • Personalmehrkosten (z. B. längere Anfahrten, Recruiting-Aufschläge)

  • Opportunitätskosten (Umsatzverlust bei Anlauf, Bauzeit, Genehmigungsrisiko)

B) Szenarien rechnen

Mindestens drei Szenarien:

  • Base Case (realistisch)

  • Downside (20–30% weniger Umsatz / höhere Kosten / Verzögerungen)

  • Upside (Wachstum & Skalierung)

Wenn der Downside Case das Unternehmen gefährdet, ist der Standort zu riskant – oder der Vertrag muss flexibler werden.

Schritt 7: Risiko-Check & Entscheidungsvorlage

Am Ende brauchst du eine klare Entscheidungsvorlage, nicht 60 Seiten Daten.

Bewährt hat sich ein Scoring:

  • 0–10 Punkte je Kategorie (Makro, Mikro, Wettbewerb, Kosten, Risiko)

  • Gewichtung nach Nutzungsart (z. B. Logistik: Erreichbarkeit 30%, Personal 20% …)

  • Ampellogik: Dealbreaker (Planungsrecht, Anlieferung, Brandschutz, Stellplätze) sofort sichtbar machen


3) Datenquellen und Tools, die in der Praxis helfen

Ohne Zahlen wird’s Meinung. Typische Quellen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Kommunen/Wirtschaftsförderung: Gewerbegebiete, Bebauungspläne, Ansiedlungsleitfäden, Förderhinweise

  • Bauleitplanung: Bebauungsplan, Flächennutzungsplan, Satzungen

  • Geoportale/ALKIS/Umweltkarten: Hochwasser, Altlastenhinweise, Lärm, Schutzgebiete

  • Google/Apple/Here + Verkehrsdaten: Fahrzeiten zu Peak-Zeiten, Lieferlogik

  • Mobilitäts-/Frequenzdaten (professionell): Passantenfrequenz, Bewegungsprofile (v. a. Retail)

  • Marktdaten/Branchenreports: Mieten, Leerstand, Nachfragecluster (lokal sehr unterschiedlich)

Wichtig: Je besser die Daten, desto besser die Entscheidung – aber auch mit „guten“ Daten ersetzt nichts den Vor-Ort-Termin zu mehreren Tageszeiten.


4) Typische Fehler, die teuer werden

  1. Zu früh auf ein Objekt festgelegt (Confirmation Bias)

  2. Fahrzeiten falsch eingeschätzt (10 Minuten auf dem Papier sind 25 Minuten im Berufsverkehr)

  3. Genehmigungsrisiken unterschätzt (Nutzungsänderung, Brandschutz, Stellplatznachweis)

  4. Ausbaukosten ignoriert (insb. Gastro, Praxis, Produktion)

  5. Zu lange Vertragsbindung ohne Exit (Break-Optionen/Untermiete fehlen)

  6. Personal nicht mitgedacht (Recruiting, ÖPNV, Parken, Schichtbetrieb)

  7. Drittverwendungsfähigkeit vergessen (wichtig für Investoren und Exit)


5) Branchen-spezifische Kurzleitlinien

Einzelhandel / Fachmarkt

  • Magneten, Frequenz, Parken, Sichtbarkeit, Wettbewerb, Sortimentslücken

  • Check: Zufahrt/Abbieger, Werbeanlagen, Genehmigungen, Center-Regeln, Konkurrenzschutz

Gastronomie

  • Lagequalität + Genehmigungsfähigkeit (Abluft, Fettabscheider, Schall, Außengastro)

  • Check: Anwohnerkonflikte, Lieferzeiten, Mülllogistik, Lüftung/Brandschutz

Logistik / Lager / Light Industrial

  • Autobahn, LKW-Zufahrt, Deckenhöhe, Rampen, Bodenlast, Sprinkler, Arbeitskräfte

  • Check: Betriebszeiten, Immissionsschutz, Erweiterungsflächen

Büro / Dienstleistung / Praxis

  • Recruiting, ÖPNV, Parken, Barrierefreiheit, Image, Flächenflexibilität

  • Check: IT-Infrastruktur, Raumakustik, Datenschutz/Patientenströme (Praxis)


Fazit

Eine gute Standortanalyse ist kein Luxus, sondern Risikomanagement: Sie verbindet strategische Passung, operative Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit. Je spezieller das Geschäft (Technik, Genehmigungen, hohe Ausbaukosten), desto wichtiger wird die Analyse – und desto mehr lohnt sich ein strukturierter Prozess.

Beratung Gewerbeimmobilien

Checkliste Standortanalyse für Gewerbeimmobilien

1) Checkliste Standortanalyse Retail / Fachmarkt / Filialisten

A) Suchprofil & Konzept

  • Zielgruppe (Preisniveau, Haushaltstypen, Alter, Kaufkraft) klar definiert

  • Sortiment/Flächenlogik (Verkaufsfläche, Lager, Backoffice) definiert

  • Mindest- und Idealfläche (m²) + Erweiterungsoption

  • Öffnungszeiten & Personalmodell (Schichten) realistisch

B) Makrolage & Einzugsgebiet

  • Primäres Einzugsgebiet (0–10 Min), sekundär (10–20 Min), tertiär (20–30 Min)

  • Erreichbarkeit: Auto / ÖPNV / Fahrrad / Fuß (je Zielgruppe)

  • Anker in der Umgebung (LEH, Drogerie, Center, Behörden, Schulen)

  • Entwicklungsprojekte / Baustellen / Verkehrsänderungen bekannt

C) Mikrolage, Sichtbarkeit, Zufahrt

  • Sichtlage (Straße, Blickachsen, Werbemöglichkeiten)

  • Zufahrt PKW: Rechtsrein/Linksabbieger möglich? Staupunkte?

  • Fußgängerführung (Eingangslage, Querungen, Barrieren)

  • Außenwirkung: Schaufensterfront, Deckenhöhe, Fassadenbreite

D) Parken & Kundenkomfort

  • Anzahl Stellplätze passend zur Nutzungsart / Frequenz

  • Parkdauer/Regelung (kostenfrei? Parkscheibe? Schranke?)

  • Barrierefreie Stellplätze & Zugang

  • Ladeinfrastruktur (optional) / Fahrradabstellplätze

E) Wettbewerb & Frequenz

  • Direkte Wettbewerber im Einzugsgebiet kartiert

  • Komplementäre Nachbarn (Synergien) identifiziert

  • Leerstände/Fluktuation als Warnsignal geprüft

  • Frequenzzeiten (Wochentage/Zeiten) beobachtet oder Daten vorhanden

F) Objekt & Technik

  • Grundriss: stützenarm, gute Warenführung, Nebenflächen sinnvoll

  • Haustechnik/Elektro ausreichend (Beleuchtung, Klima optional)

  • Anlieferung getrennt vom Kundenbereich möglich

  • Brandschutz/Fluchtwege für Retail-Nutzung ok

G) Vertrag & Wirtschaftlichkeit

  • Warmmiete + NK + Werbekosten + Stellplatzkosten klar

  • Index/Staffel fair, Optionsrechte definiert

  • Konkurrenzschutz / Sortimentsbindung geregelt

  • Ausbaukostenteilung + Rückbaupflicht eindeutig

Dealbreaker (sofort Rot)

  • Stellplätze/Anlieferung nicht genehmigungsfähig

  • Sichtbarkeit/Zufahrt dauerhaft schlecht

  • Wettbewerb übermächtig ohne Differenzierung

  • Mietkonditionen sprengen Zielmarge

Ergebnis

  • Ampel: ☐ Grün ☐ Gelb ☐ Rot

  • Top-3 Pro: ________ / ________ / ________

  • Top-3 Contra: ________ / ________ / ________


2) Checkliste Standortanalyse Gastronomie (Café/Restaurant/Imbiss/Bar)

A) Konzept & Betriebslogik

  • Konzept (Café, Restaurant, Quick Service, Weinbar etc.) klar

  • Tageszeitenumsatz (Frühstück/Mittag/Abend) geplant

  • Sitzplätze innen/außen + Turnover-Annahme realistisch

  • Lieferdienste/To-go Anteil definiert

B) Lage & Nachfrage

  • Zielgruppenquellen: Büros, Hotels, Wohnen, Tourismus, Laufkundschaft

  • Frequenz zu relevanten Zeiten vor Ort geprüft (Mo–So, mittags/abends)

  • Saisonalität (Sommer/Winter) & Wetterabhängigkeit berücksichtigt

  • Konkurrenz (gleiche Küche/Preispunkt) analysiert

C) Genehmigung & Nutzung

  • Nutzung als Gastronomie planungsrechtlich zulässig

  • Konzessionsthemen (Alkohol, Sperrzeiten) geklärt

  • Außengastronomie genehmigungsfähig (Fläche, Wegerecht, Lärm)

  • Anwohner-/Immissionskonflikte (Schall, Raucher, Lieferverkehr) bewertet

D) Technik-Kritikalität (häufig Dealbreaker)

  • Abluftführung möglich (Dach/Schacht/Filter) und dimensionierbar

  • Fettabscheider möglich/ vorhanden (Pflicht je nach Speiseproduktion)

  • Wasser/Abwasser ausreichend (Küche/Spülküche/WCs)

  • Elektro/Lasten: Küche, Kühlung, Kaffee, Lüftung, Klima

  • Brandschutz: Fluchtwege, Brandabschnitte, Löschmittel, ggf. Sprinkler

E) Layout & Betrieb

  • Gästeweg vs. Serviceweg sinnvoll

  • Küche/Backoffice passend zum Konzept

  • Lagerflächen (Trocken, Kühl, Getränk) ausreichend

  • Müll-/Leergutlogistik (Zugang, Geruch, Abholung)

F) Wirtschaftlichkeit

  • Mietquote im Zielkorridor (Gastro-Kalkulation: Miete/ Umsatz)

  • CAPEX (Küche, Abluft, Fettabscheider, Sanitär) vollständig kalkuliert

  • Mietfreie Zeit / Ausbauzuschuss verhandelt

  • Vertrag: Laufzeit passend zur Investition, Nachmieter/Untermiete möglich

Dealbreaker (sofort Rot)

  • Abluft/Fettabscheider nicht umsetzbar oder unbezahlbar

  • Außengastro unmöglich, obwohl konzeptkritisch

  • Konfliktlage Wohnen/Immission unbeherrschbar

  • WCs/Barrierefreiheit nicht herstellbar

Ergebnis

  • Ampel: ☐ Grün ☐ Gelb ☐ Rot

  • Technik-Risiko: ☐ niedrig ☐ mittel ☐ hoch

  • CAPEX-Schätzung: ________ €


3) Checkliste Standortanalyse Logistik / Lager / Fulfillment

A) Standortlogik

  • Liefergebiete & SLA (Same-day/Next-day) definiert

  • Fahrzeiten zu Kunden/Depots (Peak-Traffic) geprüft

  • Autobahn-/Bundesstraßenanbindung in Minuten bewertet

  • Alternativrouten bei Stau/Baustellen vorhanden

B) Arbeitsmarkt

  • Verfügbarkeit Lagerpersonal / Schichtbetrieb möglich

  • ÖPNV/Erreichbarkeit für Mitarbeitende (Früh/Spät/Nacht)

  • Konkurrenz um Arbeitskräfte (andere Logistiker) bewertet

  • Parken für Mitarbeitende ausreichend

C) Objektparameter (harte Kennzahlen)

  • Hallenhöhe (lichte Höhe) ausreichend

  • Bodenlast / Ebenheit passend (Regale, Stapler, Automatisierung)

  • Raster/Stützen, Andockzonen sinnvoll

  • Tore / Rampenanzahl passend zu Spitzenlast

  • Rangierfläche/Wenderadien LKW ausreichend

  • Außenlager/Trailer-Stellplätze möglich

D) Technik & Sicherheit

  • Stromleistung für Fördertechnik/IT/Automatisierung

  • Sprinkler/Brandmeldeanlage vorhanden oder realisierbar

  • Einbruchschutz, Umzäunung, Beleuchtung, Zutrittskontrolle

  • IT-Anbindung (Glasfaser) verfügbar

E) Planungsrecht / Immission

  • Nutzung/24-7 Betrieb planungsrechtlich zulässig

  • Lärm-/Nachtfahrverbote ausgeschlossen?

  • Gefahrgut/ADR (falls relevant) zulässig

  • Naturschutz/Hochwasser/Altlasten geprüft

F) Wirtschaftlichkeit & Vertrag

  • Miete + NK + Instandhaltung (Dach/Tore) klar geregelt

  • Laufzeit passend (Invest in Regale/Technik)

  • Erweiterungsflächen / Vormietrecht / Nachbarhalle Option

  • Rückbaupflicht (Regale, Technik) sauber geregelt

Dealbreaker

  • Rangierfläche zu klein / LKW nicht genehmigungsfähig

  • 24/7 nicht möglich, obwohl notwendig

  • Sprinkler/Brandschutz nicht machbar

  • Arbeitsmarkt nicht verfügbar

Ergebnis

  • Ampel: ☐ Grün ☐ Gelb ☐ Rot

  • SLA-Fit: ☐ ja ☐ eingeschränkt ☐ nein


4) Checkliste Standortanalyse Produktion / Industrie / Light Industrial

A) Produktionsprofil

  • Art der Produktion (Lärm, Geruch, Emissionen, Gefahrstoffe) beschrieben

  • Flächen: Produktion, Lager, Versand, Büro, Sozialräume, Außenflächen

  • Medienbedarf: Strom (kW), Gas, Druckluft, Wasser, Abwasser

  • Schichtmodell (2/3-Schicht) + Betriebszeiten

B) Standort & Lieferkette

  • Nähe zu Lieferanten / Kunden / Zulieferclustern

  • LKW-Erreichbarkeit, Container/Speditionen

  • Ausfallsicherheit (Strom, IT, Verkehr)

  • Erweiterungs-/Wachstumsflächen vorhanden

C) Genehmigungen & Recht

  • Planungsrecht: Industrie-/Gewerbegebiet passend

  • Immissionsschutz: Lärm, Staub, Geruch, Erschütterung bewertet

  • Sicherheitsauflagen (BetrSichV, Gefahrstoff, Explosionsschutz) grob eingeordnet

  • Abwasser/Einleiterbedingungen, Fett/Öl (falls relevant)

D) Objektqualität

  • Traglasten, Kranbahn, Fundamente (falls nötig)

  • Deckenhöhe, Tore, Andienung, Werkszufahrt

  • Maschinenaufstellung: Stützenraster/Schwingungen/Schalldämmung

  • Brandschutz (Brandabschnitte, Lagerklasse, Sprinkler) passend

E) Personal & Standortattraktivität

  • Fachkräfteverfügbarkeit in Pendelradien

  • ÖPNV/Schicht-Erreichbarkeit

  • Umfeld: Wohnraum, Ausbildung, Wettbewerber

F) Kosten & Vertrag

  • CAPEX für Maschinenfundamente/Medien/Brandschutz kalkuliert

  • Instandhaltungspflichten klar (Dach, Boden, Technik)

  • Laufzeit passend zur Investition

  • Exit-Strategie: Drittverwendbarkeit / Untervermietung / Nachmieter

Dealbreaker

  • Planungs-/Genehmigungsrecht passt nicht

  • Immissionen nicht beherrschbar

  • Medienversorgung nicht ausreichend/zu teuer

  • Anlieferung/Rangieren nicht möglich

Ergebnis

  • Ampel: ☐ Grün ☐ Gelb ☐ Rot

  • Genehmigungsrisiko: ☐ niedrig ☐ mittel ☐ hoch


5) Checkliste Standortanalyse Büro / Dienstleistung

A) Arbeitsmodell & Flächenkonzept

  • Hybrid-Quote / Anwesenheitsmuster klar

  • Arbeitsplatzstrategie (fixed, shared, ABW-Zonen)

  • Meeting-/Projektflächen passend zur Teamarbeit

  • Erweiterungsoption oder Skalierungsstrategie

B) Lage & Recruiting

  • ÖPNV-Anbindung (S/U/Bus) und Reisezeiten Mitarbeitende

  • Parken (Mitarbeitende/Kunden), Fahrrad, Ladepunkte

  • Umfeldqualität (Gastro, Einkauf, Sicherheit, Image)

  • Wettbewerb um Talente in der Gegend bewertet

C) Gebäude & Komfort

  • Tageslicht, Raumtiefe, Akustik, Klima/Lüftung

  • Deckenhöhe, Raumaufteilung flexibel

  • Barrierefreiheit (Zugang, Aufzug, WC)

  • Empfang/Signage/Branding möglich

D) Technik & Sicherheit

  • Glasfaser/Redundanz, Mobilfunk, Server-/Technikräume

  • Zutrittskontrolle, Datenschutz, separate Bereiche

  • Strom/USV (falls erforderlich)

  • Brandschutz & Evakuierung

E) Vertrag & Kosten

  • Warmmiete, Stellplatzmieten, Nebenkosten transparent

  • Index/Staffel, Optionsrechte, Flächenanpassungsklauseln

  • Ausbaukostenteilung (Mieter-/Vermieterausbau), Rückbau

  • Services (Reinigung, Security, Facility, Empfang) geregelt

Dealbreaker

  • Recruiting-/Erreichbarkeitsproblem

  • IT-Infrastruktur nicht ausreichend

  • Unflexibler Vertrag bei unsicherem Wachstum

  • Komfortmängel (Lärm, Klima) nicht lösbar

Ergebnis

  • Ampel: ☐ Grün ☐ Gelb ☐ Rot

  • Mitarbeiter-Fit: ☐ hoch ☐ mittel ☐ niedrig


6) Checkliste Standortanalyse Praxis / Gesundheit / Therapie

A) Praxisprofil

  • Fachrichtung + Patientengruppe (Alter, Mobilität) definiert

  • Raumprogramm: Behandlungsräume, Diagnostik, Anmeldung, Wartebereich

  • Barrierefreiheit zwingend? (meist: ja – abhängig vom Angebot)

  • Hygiene-/Aufbereitungsanforderungen (Sterilgut, Labor) grob

B) Lage & Patientenströme

  • Erreichbarkeit ÖPNV & Auto (Patienten realistisch)

  • Parkplätze/Kurzzeitparken/Bring- und Abholzone

  • Sichtbarkeit, einfache Orientierung, Erdgeschoss/ Aufzug

  • Umfeld: Apotheken, Ärztehaus, Reha, Pflege, Nahversorgung

  • Konkurrenz/Kooperation: Zuweiser (Hausärzte), Kliniken, Netzwerke

C) Gebäude & Barrierefreiheit

  • Stufenloser Zugang / Aufzug / Türbreiten

  • Barrierefreies WC (oder herstellbar)

  • Wartebereich ausreichend, diskrete Anmeldung möglich

  • Schallschutz/Privatsphäre in Behandlungsräumen

D) Technik & Genehmigungsfähigkeit

  • Strom/IT/Telematik-Infrastruktur

  • Sanitär/Abwasser, ggf. besondere Einleiter (z. B. Labor)

  • Strahlenschutz/Diagnostik (falls relevant) grundsätzlich möglich

  • Brandschutz/Fluchtwege bei Publikumsverkehr passend

E) Betrieb & Mitarbeiter

  • Personalwege/Backoffice getrennt vom Patientenfluss möglich

  • Pausen-/Sozialräume vorhanden

  • Sicherheit (Abendtermine, Beleuchtung, Zugang)

F) Wirtschaftlichkeit & Vertrag

  • Ausbaukosten (Trennwände, Boden, Akustik, Sanitär) kalkuliert

  • Laufzeit passend zur Investition (Praxisumbau lohnt sich nur mit Sicherheit)

  • Genehmigungs-/Umbaufristen im Vertrag abgesichert (mietfreie Zeit)

  • Nachmieter/Untermiete (Praxisnachfolge) verhandelbar

Dealbreaker

  • Barrierefreiheit nicht herstellbar

  • Patientenpark-/Zugangssituation unzureichend

  • Schallschutz/Privatsphäre nicht lösbar

  • Genehmigung/Technik für Leistungsspektrum nicht möglich

Ergebnis

  • Ampel: ☐ Grün ☐ Gelb ☐ Rot

  • Patienten-Fit: ☐ hoch ☐ mittel ☐ niedrig