einzelhandel im wandel

Einzelhandel im Wandel: Welche Flächen funktionieren noch?

Ein GEWIMMO-Expertenbeitrag für Eigentümer, Vermieter und Handelsunternehmen.

Der stationäre Einzelhandel steht seit Jahren unter Druck. Onlinehandel, verändertes Konsumverhalten und steigende Betriebskosten belasten viele Einzelhändler. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für Flächen, die sich flexibel auf moderne Konzepte einstellen. Dieser Artikel erklärt, welche Retail-Standorte auch 2025 funktionieren und worauf Eigentümer achten sollten, um ihre Ladenflächen erfolgreich zu vermieten oder neu zu positionieren.

1. Frequenzlagen bleiben König – aber mit neuen Anforderungen

Hochfrequente Lagen in Innenstädten oder Einkaufszentren sind weiterhin gefragt, aber der Fokus hat sich verschoben. Unternehmen achten stärker auf die Aufenthaltsqualität der Umgebung, gastronomische Ergänzungen und die Möglichkeit, Flächen flexibel anzupassen. Reine Verkaufsflächen treten zurück zugunsten hybrider Konzepte, die Showrooming, Abhollogistik und Erlebnisflächen kombinieren.

2. Kleinere, multifunktionale Flächen gewinnen

Viele Händler reduzieren ihre Flächenstrategien und nutzen Ladenlokale als Marken- und Experience-Hubs statt als reinen Warenlagerort. Pop-up-Stores, Teststores und modulare Konzepte sind beliebt, da sie Risiken reduzieren und flexibel anpassbar sind. Für Eigentümer bedeutet das: Flächen müssen wandelbar sein, gute Grundrisse haben und technische Infrastruktur für digitale Nutzung bieten.

3. Nahversorger und Dienstleister entwickeln sich stabil

Während Mode und Elektronik stark unter dem Onlinewettbewerb leiden, gelten Nahversorger, Apotheken, Bäckereien, Friseure und Gesundheitsdienstleister als stabile Mietergruppen. Besonders in Wohnlagen sind sie langfristige, sichere Mieter. Eigentümer sollten diese Segmente gezielt ansprechen, da hier weiterhin verlässliche Nachfrage besteht.

4. Gastronomie als Frequenzbringer

Gut geführte Gastronomiebetriebe erhöhen die Aufenthaltsqualität von Einkaufsstraßen. Viele Städte setzen bewusst auf eine Mischung aus Retail und Gastronomie, um Innenstädte lebendig zu halten. Daher können Flächen mit Küchenabzug, Gastrozulassung oder Außenbestuhlung besonders attraktiv sein.

5. Erfolgsfaktoren für Eigentümer

  • Flexible Mietmodelle: Staffelmiete oder Umsatzmiete erleichtern Mietern den Einstieg.
  • Moderne Ausstattung: Digitale Infrastruktur wird immer wichtiger.
  • Standortmarketing: Zusammenarbeit mit Kommunen und Wirtschaftsförderungen lohnt sich.

GEWIMMO-Tipp: Sie möchten Ihre Retailfläche neu positionieren? Wir helfen Ihnen, passende Mietergruppen zu identifizieren.

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Einzelhandel im Wandel: Was sich wirklich verändert – und was für Sie jetzt zählt

Der Einzelhandel befindet sich seit Jahren in einem strukturellen Umbruch. Dabei geht es längst nicht mehr nur um „Online vs. Offline“. Vielmehr verschieben sich Erwartungen, Kostenstrukturen, Technologien, Frequenzen, Sortimente und Standortlogiken gleichzeitig. Für Sie als Händler, Filialist, Eigentümer oder Vermieter ist entscheidend: Wer den Wandel nur als Trendwelle betrachtet, reagiert zu spät. Wer ihn als neues Betriebssystem versteht, kann Flächen, Konzepte und Prozesse so ausrichten, dass sie auch in den kommenden Jahren tragfähig bleiben.

In diesem Expertenbeitrag erhalten Sie eine professionelle Einordnung der wichtigsten Treiber, Risiken und Chancen – und vor allem: konkrete Leitplanken, wie Sie Ihre Strategie, Ihre Flächen und Ihre Vermarktung anpassen können.


1) Von der Verkaufsfläche zur Kundenerfahrung: Warum „nur Ware“ nicht mehr reicht

Früher war der Laden vor allem ein Ort der Verfügbarkeit: Auswahl, Beratung, sofortige Mitnahme. Heute ist Verfügbarkeit allein kein Differenzierungsmerkmal mehr. Kundinnen und Kunden können vieles schneller, günstiger oder bequemer bestellen. Der stationäre Handel gewinnt dann, wenn der Besuch einen Mehrwert liefert, den „Klicken“ nicht ersetzt: Erlebnis, Inspiration, Vertrauen, Services, Community, unmittelbare Problemlösung.

Das bedeutet nicht, dass jeder Store zur Eventfläche werden muss. Aber jede Fläche braucht eine klare Daseinsberechtigung:

  • Warum sollen Menschen gerade zu Ihnen kommen – und nicht nur zu Google?

  • Was löst Ihr Laden sofort und zuverlässig?

  • Welche Services erhöhen die Wechselkosten (und damit die Loyalität)?

Beispiele für Mehrwert sind: Produktanprobe plus Anpassung, Sofort-Reparaturen, Personalisierung, „Click & Collect“ mit Beratung, Schulungen, Abos, Probierstationen, lokale Sortimentsschwerpunkte, schnelle Verfügbarkeit von Problemlösern (z. B. Ersatzteile, Zubehör, Notfall-Sortimente).


2) Kundenerwartungen: Bequemlichkeit ist Standard, Vertrauen ist Differenzierung

Die neue Normalität ist „friktionsarm“: Kundinnen und Kunden erwarten, dass Einkauf und Information ohne Reibungsverluste funktionieren. Dazu gehören:

  • klare Preis- und Verfügbarkeitsinformationen

  • schnelle Orientierung im Store

  • kurze Wartezeiten (Kasse, Beratung, Abholung)

  • einfache Retouren- und Reklamationsprozesse

  • durchgängige Kommunikation (online recherchieren, offline kaufen – oder umgekehrt)

Gleichzeitig ist Vertrauen wieder ein zentrales Gut: In einer Welt mit Vergleichsportalen, Fake-Bewertungen und austauschbaren Produktbildern gewinnt der Händler, der Verlässlichkeit liefert. Das betrifft Beratungskompetenz, Transparenz, Kulanzregeln, Qualitätsauswahl, Nachhaltigkeit im Sinne von Langlebigkeit sowie konsistente Prozesse.

Für Sie heißt das: Nicht „noch mehr Marketing“ ist der Hebel – sondern „noch weniger Enttäuschung“. Jeder Bruch in der Customer Journey kostet. Jede sauber gelöste Serviceleistung bindet.


3) Omnichannel ist kein Projekt – sondern Ihr neuer Standardprozess

Viele Unternehmen haben Omnichannel lange als Zusatz betrachtet: Online-Shop hier, Filiale dort. Doch Kundinnen und Kunden trennen diese Welt nicht. Sie entscheiden situativ. Deshalb ist Omnichannel nur dann wirksam, wenn er operativ durchdekliniert ist:

  • Einheitliche Produktdaten (Beschreibung, Maße, Bilder, Varianten)

  • Bestandslogik (was ist wo verfügbar, was ist kurzfristig beschaffbar)

  • Abhol- und Retourenprozesse (klar, schnell, kundenfreundlich)

  • Store als Service-Hub (Abholung, Beratung, Reparatur, Umtausch, Upselling)

  • Mitarbeitende als „Channel-übergreifende Problemlöser“, nicht nur Regalpfleger

Der Store wird in vielen erfolgreichen Modellen zur „letzten Meile“ der Marke: Er senkt Logistikkosten, stärkt die Bindung und reduziert Retouren durch bessere Beratung.


4) Kosten- und Margendruck: Warum Effizienz zur Überlebenskompetenz wird

Der Wandel wird nicht nur durch Nachfrage, sondern massiv durch Kosten getrieben: Personal, Energie, Logistik, Mieten, Ausbaukosten, Digitalisierung, Sicherheit (Diebstahlprävention) – all das wirkt auf die Rentabilität.

Das führt zu einem harten Satz: Jeder Quadratmeter muss wirtschaftlich begründet sein. Die Zeit der „großen Flächen, weil wir es immer so gemacht haben“ ist vorbei.

Praktische Konsequenzen:

  • Flächen werden kleiner und smarter (mehr Drehzahl, weniger tote Zonen)

  • Sortimente werden kuratierter (weniger Breite, mehr Relevanz)

  • Automatisierung nimmt zu (Self-Checkout, elektronische Preisschilder, Warenwirtschaft-Integration)

  • Mieten und Vertragsmodelle werden stärker verhandelt (z. B. Staffelungen, umsatzbezogene Komponenten, Ausbauzuschüsse, längere Anlaufphasen)

Für Sie als Vermieter oder Betreiber bedeutet das: Standort und Fläche müssen nicht nur „funktionieren“, sie müssen resilient sein – auch bei Frequenzschwankungen und Kostensteigerungen.


5) Standortlogik 2026: Frequenz ja – aber welche Frequenz?

„Hohe Frequenz“ war lange das wichtigste Kriterium. Heute ist das zu grob. Entscheidend ist die passende Frequenz: Zielgruppe, Kaufkraft, Aufenthaltsqualität, Konkurrenzumfeld, Erreichbarkeit, Parken, ÖPNV, Sichtbarkeit, Anker-Mieter, Synergien.

Zudem hat sich Mobilität verändert: Homeoffice, flexible Arbeitsmodelle, veränderte Pendlerströme. Das führt zu Verschiebungen:

  • Innenstädte: mehr Erlebnis, Gastronomie, Dienstleistungen; klassischer Non-Food-Handel selektiver

  • Nahversorgung / Stadtteilzentren: profitieren von kurzen Wegen und Alltagsbedarfen

  • Fachmarktzentren / Ausfallstraßen: bleiben stark, wenn Parken, Erreichbarkeit und Mieter-Mix stimmen

  • Mikrostandorte: funktionieren, wenn sie klare Aufgaben lösen (z. B. Abholpunkte, Service-Stores, spezialisierte Konzepte)

Wichtig: Für viele Konzepte ist nicht der teuerste Standort der beste, sondern der, der pro Quadratmeter den höchsten Deckungsbeitrag ermöglicht.


6) Flächenkonzepte: Flexibilität wird zur Währung

Im Wandel gewinnen Flächen, die sich schnell anpassen lassen. Das betrifft Grundrisse, Haustechnik, Anlieferung, Schaufensterfronten, Deckenhöhen, Nebenflächen, Lagerlogik, Mitarbeiterbereiche.

Trends, die Sie einplanen sollten:

  • Modulare Ausbauten (schneller Umbau bei Konzeptwechsel)

  • Mehr Technikfähigkeit (Netzwerk, Strom, Beleuchtung, Security)

  • Mehr Multifunktion (Verkauf + Abholung + Service + Beratung)

  • Mehr Transparenz (offene Fronten, Sichtbeziehungen, klare Wegeführung)

  • Weniger Lager, bessere Logistik (häufigere Belieferung, intelligente Bestände)

Gerade im Gewerbemietvertrag wird Flexibilität zum zentralen Verhandlungsthema: Umbau, Nutzung, Werbeanlagen, Öffnungszeiten, Konkurrenzschutz, Indexierung, Instandhaltung, Übergabestand, Rückbaupflichten.


7) Sortiment und Kategorieverschiebungen: Gewinner sind Problemlöser

Viele Sortimente verschieben sich vom „Haben-Wollen“ zum „Brauchen-Jetzt“. Händler gewinnen, wenn sie Probleme lösen – schnell und zuverlässig:

  • Sofortbedarf (Haushalt, Drogerie, Zubehör, Reparaturteile)

  • Orientierung (kuratierte Auswahl statt unendlicher Regalwand)

  • Beratung (gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten)

  • Service (Installation, Anpassung, Wartung)

Das heißt nicht, dass Emotion und Marke unwichtig wären. Im Gegenteil: Markenwelten funktionieren, wenn sie nicht nur „schön“, sondern nützlich sind. Der Store muss beweisen, dass er Zeit spart, Fehlkäufe reduziert oder Qualität sichtbar macht.


8) Digitalisierung im Store: Weniger „Gimmicks“, mehr Wirkung

Technologie wird oft überschätzt – oder falsch eingesetzt. Erfolgreich ist Digitalisierung, wenn sie messbar:

  • Wartezeiten reduziert

  • Bestände transparenter macht

  • Personal entlastet

  • Abschriften senkt

  • Abverkäufe steigert

  • Kundendaten sauber nutzt (im Rahmen geltender Datenschutzregeln)

Beispiele mit hoher Wirkung:

  • Elektronische Regaletiketten (Preisaktionen schneller, weniger Fehler)

  • Self-Checkout (bei passenden Sortimenten und Diebstahlprävention)

  • Mobile Beratung (Mitarbeitende mit Geräten für Bestand, Alternativen, Bestellung)

  • Digitale Terminbuchung (Beratung mit Verbindlichkeit)

  • Analytics (Frequenz, Heatmaps, Conversion im Store)

Wichtig: Technik ersetzt keine schlechte Fläche und kein unklar positioniertes Konzept. Sie verstärkt, was bereits funktioniert.


9) Personal: Fachkräfte sind knapp – Service wird teurer, aber wertvoller

Guter Service ist ein Wettbewerbsvorteil – gleichzeitig ist er die teuerste Ressource. Viele Händler reagieren mit Reduktion. Das kann funktionieren, wenn Prozesse und Layouts darauf ausgelegt sind. Doch wo Beratung Kernnutzen ist, darf Personal nicht „Kostenstelle“ sein, sondern muss als Umsatzhebel gemanagt werden:

  • Schulung auf häufige Kundenfragen

  • klare Verantwortlichkeiten

  • messbare Service-KPIs (z. B. Wartezeiten, Abschlussquoten, Retourenquote)

  • Incentives, die Servicequalität belohnen

  • Arbeitsorganisation, die Spitzen abfedert (z. B. flexible Schichten)

Für Sie als Betreiber bedeutet das: Ein Konzept, das nur mit „Idealbesetzung“ funktioniert, ist riskant. Bauen Sie so, dass es auch mit realistischen Personalressourcen tragfähig bleibt.


10) Immobilienperspektive: Was Vermieter und Eigentümer jetzt verstehen müssen

Der Einzelhandel im Wandel ist auch ein Immobilien-Thema. Denn die Immobilie kann Konzept und Rentabilität fördern – oder blockieren.

Für Vermieter und Eigentümer sind heute besonders relevant:

  1. Mieterbonität und Konzepttragfähigkeit
    Nicht jeder „interessante“ Mieter ist nachhaltig. Prüfen Sie: Kapital, Erfahrung, Filialhistorie, Standortstrategie, Flächenproduktivität.

  2. Mietvertragsstruktur
    Indexmieten, Staffeln, Laufzeiten, Ausbaukostenteilung, Rückbau – alles muss zur Wirtschaftlichkeit des Mieters passen. Eine „harte“ Miete kann den Mieter in der Anlaufphase überfordern und später zu Leerstand führen.

  3. Flächenqualität
    Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Stellplätze, Anlieferung, technische Infrastruktur. Kleine Mängel können große Umsatzwirkungen haben.

  4. Mieter-Mix und Synergien
    Ein starker Anker plus passende Nachbarn ist oft wertvoller als viele Einzelmieter ohne Profil.

  5. Umnutzungsfähigkeit
    Wenn Handel schwächelt: Kann die Fläche zu Praxis, Fitness, Gastronomie, Bildung, Service oder Mixed-Use werden? Diese Perspektive ist heute Teil jeder Standortbewertung.

Der Kern: Ein Handelsstandort ist nicht mehr nur „Vermietung“. Es ist aktives Asset-Management.


11) Gewinnerstrategien: Worauf Sie Ihre Entscheidungen stützen sollten

Wenn Sie die Vielzahl der Entwicklungen bündeln, ergeben sich klare Leitplanken:

  • Positionierung statt Bauchladen: Wofür stehen Sie konkret – und für wen?

  • Flächenproduktivität: Umsatz und Deckungsbeitrag pro m² sind Leitkennzahlen.

  • Service-Design: Der Store ist Service-Hub, nicht nur Regalfläche.

  • Prozesse vor Kampagnen: Eine saubere Journey schlägt kurzfristige Werbeaktionen.

  • Flexibilität im Mietvertrag und Ausbau: Wandel ist Dauerzustand.

  • Daten als Steuerung: Nicht nur „Gefühl“, sondern messbare Entscheidungen.

Wenn Sie das konsequent umsetzen, ist der Einzelhandel nicht „am Ende“, sondern im Re-Design. Die Gewinner sind nicht zwingend die größten – sondern die klarsten, schnellsten und verlässlichsten.


FAQ: Einzelhandel im Wandel

1) Ist stationärer Handel überhaupt noch zukunftsfähig?
Ja – aber nicht als reine „Warenverfügbarkeit“. Zukunftsfähig ist stationär dort, wo er Mehrwert liefert: Service, Beratung, Erlebnis, schnelle Problemlösung, Vertrauen und lokale Relevanz.

2) Was sind heute die wichtigsten Erfolgsfaktoren für einen Store?
Klare Positionierung, passende Lage zur Zielgruppe, effiziente Flächennutzung, stimmige Prozesse (Click & Collect/Retouren), starke Mitarbeitende und ein Sortiment, das Probleme löst statt nur Auswahl zu bieten.

3) Welche Standorte profitieren aktuell besonders?
Oft profitieren Nahversorgungs- und Stadtteilstandorte sowie gut angebundene Fachmarktlagen. Innenstädte funktionieren stark, wenn Erlebnis, Gastronomie, Dienstleistungen und Aufenthaltsqualität stimmen.

4) Werden Läden kleiner?
In vielen Konzepten ja. Flächen werden häufiger optimiert: weniger tote Zonen, mehr Drehzahl, mehr Service-Hub-Charakter. Entscheidend ist die Produktivität pro Quadratmeter.

5) Welche Rolle spielt Omnichannel in der Praxis?
Omnichannel ist Standard. Kundinnen und Kunden erwarten nahtlose Übergänge zwischen online und offline. Der Store kann Logistik und Vertrauen stärken – wenn Prozesse, Bestände und Kommunikation sauber integriert sind.

6) Welche Technologien lohnen sich am ehesten?
Technologien, die messbar Reibung reduzieren: elektronische Preisschilder, Self-Checkout (wo passend), mobile Beratung, Bestands-Transparenz und digitale Terminbuchung. „Gimmicks“ ohne Prozessnutzen lohnen selten.

7) Was sind typische Fehler in Transformationsphasen?
Zu viel Fokus auf Marketing statt auf Prozesse, unklare Positionierung, zu große Flächen ohne Produktivität, Mietverträge ohne Flexibilität, fehlende Datenbasis und ein Konzept, das nur mit Idealpersonal funktioniert.

8) Wie sollten Vermieter mit Handelsflächen heute umgehen?
Als aktives Asset-Management: Flächenqualität erhöhen, Umnutzungsfähigkeit prüfen, Mietverträge wirtschaftlich sinnvoll gestalten, Mieterbonität und Konzepttragfähigkeit sorgfältig bewerten und Mieter-Mix strategisch steuern.

9) Welche Vertragsklauseln werden wichtiger?
Umbau- und Rückbau-Regelungen, Indexierung/Staffeln, Ausbaukostenteilung, Konkurrenzschutz, Nutzungserweiterungen, Öffnungszeiten/Anlieferung sowie Instandhaltungspflichten – immer abgestimmt auf das Geschäftsmodell.

10) Wie erkenne ich ein tragfähiges Einzelhandelskonzept?
An klarer Zielgruppe, nachvollziehbarer Kalkulation, realistischer Personalplanung, erprobten Prozessen, sinnvoller Flächenlogik, belastbaren Kennzahlen (z. B. m²-Produktivität) und an der Fähigkeit, sich schnell an Marktveränderungen anzupassen.