Was tun, wenn der Gewerbemieter nicht zahlt? Ein praxisnaher Leitfaden für Eigentümer

Ein GEWIMMO-Ratgeber für Vermieter, Investoren und Gewerbeeigentümer.

Mietausfälle gehören zu den größten Risiken in der Gewerbevermietung. Anders als im Wohnbereich gelten im Gewerbemietrecht weitreichende Vertragsfreiheiten – was Chancen, aber auch erhebliche Problemstellungen mit sich bringt. Gerät ein Mieter in Zahlungsverzug, ist schnelles und strukturiertes Handeln erforderlich, um wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Dieser Leitfaden beschreibt, wie Vermieter professionell vorgehen, welche Optionen rechtlich bestehen und wie zukünftige Risiken reduziert werden können.

1. Ursachen verstehen – nicht jede Nichtzahlung ist böser Wille

Zahlungsverzug kann verschiedene Gründe haben:

  • Liquiditätsengpass
  • Branchenkrise
  • interne Umstrukturierungen
  • bewusste Zahlungsverweigerung
  • wirtschaftliche Insolvenz

Für Vermieter ist wichtig: Erst analysieren, dann reagieren.

2. Sofortmaßnahmen nach Zahlungsverzug

2.1 Schriftliche Mahnung

Eine klare, schriftliche Mahnung mit Fristsetzung ist der erste Schritt.

2.2 Kontaktaufnahme

Viele Konflikte lassen sich durch ein Gespräch lösen. Ein Unternehmen, das offen kommuniziert, ist meist an einer Lösung interessiert.

2.3 Prüfung des Mietvertrags

Der Gewerbemietvertrag entscheidet über Spielräume: Kündigungsfristen, Verzugsklauseln, Zinsen und Sicherheiten.

3. Welche rechtlichen Möglichkeiten Vermieter haben

3.1 Verzugszinsen & Mahngebühren

Sind vertraglich geregelt, können sie sofort geltend gemacht werden.

3.2 Kündigung des Mietverhältnisses

Gewerbemietverträge können bei Zahlungsverzug schneller gekündigt werden als Wohnmietverträge – abhängig von der Vertragsformulierung.

3.3 Räumungsklage

Wenn der Mieter trotz Kündigung nicht auszieht.

3.4 Zugriff auf Sicherheiten

  • Kaution
  • Bankbürgschaft
  • Mietausfallversicherung

4. Außergerichtliche Lösungen

Manchmal ist Kooperation wirtschaftlich sinnvoller als Konfrontation. Etwa durch:

  • Stundungsvereinbarung
  • Mietminderung auf Zeit
  • Ratenzahlung
  • vorzeitige einvernehmliche Vertragsaufhebung

Dies ist besonders sinnvoll, wenn ein Mieter grundsätzlich solide, aber temporär belastet ist.

5. Prävention: Wie man Mietausfälle bereits im Vorfeld verhindert

5.1 Bonitätsprüfung

Unternehmensberichte, Bankauskünfte und Bürgschaften sind unverzichtbar.

5.2 klare Vertragsklauseln

Je präziser, desto weniger Konflikte.

5.3 Sicherheiten

Kautionen, Bürgschaften oder Vorauszahlungen schaffen Schutz.

5.4 Regelmäßige Kommunikation

Ein aktives Vermietermanagement reduziert viele Risiken.

6. Mietausfallversicherung als Option

Einige Versicherungen decken Mietausfälle im Gewerbebereich ab. Der Schutz ist jedoch branchenabhängig.

7. GEWIMMO als Partner bei Problemmietern

Wir unterstützen Eigentümer bei der Analyse, Lösungsfindung und Vermittlung von Experten.

GEWIMMO-Hinweis: Sie haben Probleme mit einem Gewerbemieter? Wir verbinden Sie mit spezialisierten Fachanwälten und Property-Management-Experten.